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Corona-Update

COVID-19-Verdachtsfall: Vertrauensarzt als erster Ansprechpartn

 

Um zu vermeiden, dass die Testkapazitäten erschöpfen, rät die Ärztekammer: Nur bei Verdachtsfällen, die auch von Ärztinnen und Ärzten als solche angesehen werden, soll getestet werden. Die telefonische Krankschreibung muss bleiben.

Gerade wenn die Temperaturen sinken und auch grippale Infekte wieder verstärkt auftreten, ist eine Verwechslung mit den Symptomen des Coronavirus möglich. Bei kleinsten Verdachtsmomenten gleich zu testen, würde die Test-Ressourcen an ihre Grenzen bringen, befürchtet Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich, in einer Presseaussendung: „Wenn jeder Patient mit Schnupfen und Fieber getestet werden soll, weil Nicht-Mediziner einen Verdachtsfall fürchten, sind die Testkapazitäten schnell am Ende.“

Niedermoser fordert stattdessen – auch um die Gesundheitshotline 1450 zu entlasten –  als ersten Ansprechpartner seinen Vertrauensarzt (Hausarzt bzw. Kinderarzt) zu kontaktieren. „Dieser kennt einen und kann gut einschätzen, ob es sich tatsächlich um einen grippalen Infekt oder eine Infektion mit COVID-19 handelt. So wird eine unnötige Testung vermieden.“

Ärzte sollten über Testergebnisse in ihrem regionalen Versorgungsgebiet informiert werden

Johannes Steinhart, Vizepräsident der ÖÄK und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, fügt hinzu: „Wichtig wäre zu wissen, wie sich die Infektionslage im Umfeld darstellt. Hier sollte es der Bund endlich möglich machen, dass Ärztinnen und Ärzte über Corona-positive Personen, aber auch negative Testergebnisse in ihrem regionalen Versorgungsgebiet informiert werden.“ Diese Informationen wären auch wesentlich, um Ärztinnen und Ärzte sowie andere Patientinnen und Patienten vor einer Ansteckung mit COVID-19 zu schützen, unterstreicht Steinhart die Wichtigkeit dieser ÖÄK-Forderung.

Telefonische Krankschreibung muss bleiben

„Zudem ist es in Anbetracht der steigenden Infektionszahlen dringend notwendig, dass die telefonische Krankschreibung bleibt – am besten bis über den Winter hinaus“, appelliert Steinhart: „Wie bei der ersten Welle wird es entscheidend sein, Verdachtsfälle aus den Ordinationen fernzuhalten. Eine bewährte Maßnahme wie die telefonische Krankschreibung muss unbedingt beibehalten werden.“

Bei Symptomen daheim bleiben & Arzt kontaktieren

Treten Symptome wie Schnupfen, Husten, Fieber und Müdigkeit auf, sollten Patientinnen und Patienten zuhause bleiben, und mit Haus- bzw. Kinderarzt telefonisch Rücksprache halten, ob es sich um eine Ansteckung mit dem Coronavirus handeln kann. „Die Haus – bzw. Kinderärzte können hier lenkend eingreifen: Sie haben die meiste Erfahrung und können dann folgerichtig entscheiden“, betont Niedermoser. Gibt es einen begründeten Verdacht seitens des Arztes, sollte schnellstmöglich ein PCR-Test beim Patienten durchgeführt werden. „So wird gewährleistet, dass keine anderen Infekte fälschlicherweise getestet und auch die Test-Ressourcen geschont werden“, ist Niedermoser überzeugt.

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